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Sponsoring für einen jungen ewenischen Schlittenhundeführer aus dem Dorf Esso, Zentral-Kamtschatka, 2002/03 

Ein abgeschlossenes Projekt, das für unsere Jugendhilfe steht, betrifft einen jungen Ewenen aus dem Dorf Esso in Zentral-Kamtschatka: Roman Aleksejewitsch Mandjatow (geb. 1982).

Roman zieht seit Kindesbeinen an Hunde auf. Als kleiner Dreikäsehoch schirrte er seinen Welpen an und ließ sich auf Skiern von ihm ziehen. Später machte er bei Kinder-Hundeschlittenrennen im Dorf Anawgai mit. Im Winter 2002/03 lief er zum ersten Mal die "Beringia" von Esso bis Ossora und war mit seinem Gespann aus 8 Laikas der jüngste Teilnehmer. Von zwölf Plätzen belegte er den zehnten. Eine enorme Leistung bei einer Strecke von ca. 850 km, schwerem Gelände und harter Witterung!

Roman ist schmächtig und kleingewachsen. Er sagt, er habe mit dem Rauchen aufgehört, nachdem er feststellte, dass ihm das Atmen während des Rennens bei der "Beringia" schwerwurde. Er trinkt auch nicht mehr soviel. Früher, so erzählt seine Halbschwester Antonina, habe man Roman oft stark alkoholisiert gesehen. Das hat nun aufgehört. Roman ist eine lokale Berühmtheit geworden, zumindest unter der indigenen Bevölkerung im Bezirk.

Auch im Winter 2003/04 und 2004/05 nahm er wieder an der "Beringia" teil. Die Sommer verbringt er gewöhnlich mit den Hunden in der Taiga, wo genügend Fisch als Futter verfügbar ist. Sowie die erste Schneedecke liegt, beginnt er, sich und seine Hunden in Form zu bingen. Roman träumt davon, eines Tages ein Gespann aus 14 Hunden zu lenken. Das ist die durchschnittliche Anzahl, mit der die anderen Hundeschlittenführer oder Kajure das Rennen fahren. Das letzte Mal brachte er einige junge Laika-Welpen aus dem Norden von Kamtschatka mit. Diese wird er zur Ergänzung seines Gespannes trainieren.

Wir unterstützten Roman durch die Finanzierung von Ausrüstung, die er dringend benötigte: Winterkleidung, eine Schneebrille, ein kleines Zelt für Übernachtungen im Freien und ein Fernglas. Diese Dinge hatten ihm bei seinem ersten Rennen bitter gefehlt. Dank privater Spenden konnten wir ihm die Anschaffung dieser Gegenstände ermöglichen.

Wir würden uns freuen, wenn Romans Beispiel Schule unter den jungen Ewenen des Bystrinski-Bezirkes machen würde. Die Situation der indigenen Jugend im Bezirk ist schwierig. Die jungen Leute sind vernachlässigt, es gibt kaum Freizeitangebot oder auch Raum für Selbstbestätigung. Romans Vorbild könnte Altersgenossen in Esso und dem Nachdorf Anawgai dazu anspornen, ebenfalls beim Schlittenrennen mitzumachen. Dies gäbe den jungen Ewenen ein neues Selbstwertgefühl, das ihnen bisher weitgehend abgeht. Die "Beringia" steckt den Amateur-Kajuren ein Ziel, auf das sie sich während des Jahres vorbereiten müssen. Wenn sich noch mehr junge Männer für diesen Sport begeistern, werden wir nach weiterer Unterstützung suchen
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Roman Aleksejewitsch Mandjatow