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Richtlinien der Projektförderung

Richtlinien der Projektförderung von
pro sibiria e.V. - Partnerschaft mit Sibiren

Mit unserer Projektförderung möchten wir Initiativen stärken, die durch das Engagement von Menschen vor Ort entstanden sind und die finanzielle Mittel brauchen, um fortgeführt werden zu können. Wir wollen dazu beitragen, dass nachhaltige Veränderungen hin zu einer gerechten, ökologisch verträglichen Entwicklung stattfinden.

Unsere regionale Ausrichtung auf Sibirien und den russischen Norden und Fernen Osten geht auf den Wunsch zurück, sich in einem Gebiet einzusetzen, das in internationalen Programmen zur Entwicklungszusammenarbeit bisher so gut wie nicht erfasst ist.

Wir wollen auf möglichst unbürokratische Weise Projekte fördern. Bei der Beurteilung von Förderanträgen legen wir keine formalisierten Kriterien an. Die Anträge sollen in schriftlicher Form eingereicht werden, können aber frei ausgestaltet sein. Wir möchten die antragstellende Seite gerne so umfassend wie möglich kennenlernen, um uns ein Bild von der Projektidee sowie dem gesellschaftlichen Umfeld machen zu können. Daher sollten die Anträge alle nötigen Angaben zu Zielen, beteiligten Personen, zu erwartenden Kosten und Methoden zur Erreichung der Ziele enthalten.

Die Menschen vor Ort haben oft gute und fundierte Ideen, wie sie die Verbesserung ihrer Situation am sinnvollsten und effektivsten anpacken können. Wir sind bereit, von unseren ProjektpartnerInnen zu lernen, sowohl was die Planung von Projekten als auch deren Durchführung betrifft. Wir wollen flexibel bleiben, um Änderungen in der Projektplanung, die sich während des Projektverlaufes als sinnvoll und notwendig herausgestellt haben, stützen zu können.

Soweit es uns möglich ist, reisen wir immer wieder zu den Projektorten, um uns durch eigene Anschauung und in persönlichen Gesprächen von den Lebensverhältnissen und den Bedürfnissen der Menschen vor Ort zu überzeugen und gleichzeitig die bisherige Verwendung der Mittel zu überprüfen. So können wir die SpenderInnen zu Hause an den Erfolgen, aber auch Schwierigkeiten der Projekte detailliert teilnehmen lassen und ihnen einen weitgehenden Einblick in den Fortgang der Projekte bieten.

Projekte, die wir fördern, sind ...

  • Projekte zur Verbesserung sozialer Verhältnisse. Sie dienen z.B. der Schaffung und Sicherung von Unterkunft, Verpflegung und Ausbildung für Kinder und Jugendliche, der Organisation von medizinischen Hilfsmaßnahmen, Weiterbildungsprogrammen oder der Stärkung des Gemeinwesens.
  • Projekte zu Wiederherstellung, Erhalt und Schutz der natürlichen Lebensgrundlagen der Bevölkerung in schwach besiedelten Gebieten. Dazu gehören: Naturschutz, Stärkung der traditionellen Wirtschaftsformen (z.B. Rentierhaltung, Pferdezucht, Fischerei, Jagd) sowie Förderung von öko-pädagogischen Projekten und ethisch-ökologisch verträglichem Tourismus.
  • Projekte zur Förderung von Kultur in den Bereichen: bildende und darstellende Kunst, Medien, Musik,Literatur, indigene Sprachen und mündliche Überlieferung sowie Handwerk und Kunstgewerbe.
  • Projekte, die Initiativen zu wirtschaftlicher Eigenständigkeit in von Arbeitslosigkeit und Armut betroffenen Gebieten unterstützen. Wir schätzen besonders solche Projekte, die die Gleichstellung von Frauen stärken.

    Wir arbeiten mit ProjektpartnerInnen zusammen, ...
  • die dem Verein persönlich bekannt sind oder von vertrauenswürdigen Gewährsleuten als hilfs- und unterstützungsbedürftig empfohlen wurden.
  • deren Ziele im Sinne unserer Satzung förderungswürdig sind.
  • die die Richtlinien unserer Projektförderung anerkennen.
  • die bereit sind, allgemeine demokratische Grundprinzipien zu wahren.
  • für die die Beteiligung und Gleichstellung von Frauen selbstverständlich ist.
  • für die die Beachtung ökologischer Verträglichkeit ein wichtiges Anliegen ist.

    Von unseren ProjektpartnerInnen erwarten wir ...
  • Transparenz der Mittelverwendung.
  • die Einhaltung vereinbarter Zeiträume der Mittelverwendung (soweit es die Umstände erlauben).
  • die Gewährung externer und interner Erfolgskontrollen.
  • die Erstellung schriftlicher Zwischen- und Schlussberichte.

Beschlossen auf der Jahresversammlung am 18.10.2003 in Halle a.d. Saale.